Beginn der Industrialisierung

Mit der Errichtung der Kröllwitzer Papiermühle 1715/1716 hielt die Industrie Einzug ins Heidegebiet. Sie wurde die wirtschaftliche Grundlage der Kröllwitzer Bevölkerung, während das Fischereihandwerk in den Hintergrund trat. Ab 1715 schürfte man in Zscherben nach Braunkohle. In Dölau wurde 1736 mit dem Stein­kohle­bergbau begonnen, und bis 1806 wurden insgesamt 561863 Tonnen abgebaut (7400 Tonnen jährlich im Durchschnitt). Nach den Freiheitskriegen wurde auch in Lieskau Kohle gefördert, was man aber bereits 1820 wieder aufgab. 1826 wurde in Nietleben das Bergwerk „Neuglück" eröffnet, welches einhundert Jahre in Betrieb war. Dem Kohlebergbau folgte der Abbau weiterer Bodenschätze, wie z. B. die Gewinnung von Kaolin bei Lettin und Dölau. Der Bergbau verursachte umfangreiche Schäden in der Heide, so kam es u. a. zu Erdrutschen.